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Ofenkürbis mit Babyspinat

Nachdem ich kürzlich als Juice-Testerin im Einsatz war und meine Detox-Erfahrung erweiterte, geht es heute mit fester Nahrung in die nächste Runde. Solange die Kürbis-Jungs Hokkaido und Butternut noch in unserem Gemüseregal zu finden sind, solltet ihr unbedingt den Ofenkürbis mit Babyspinat einmal ausprobieren. Ist ohne großen Aufwand umsetzbar und sehr lecker.

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Hello Fitty!

Huch, soeben auf die Uhr geschaut und mit Schrecken festgestellt, dass ich noch gar kein frohes neues Jahr gewünscht habe. Dafür jetzte aber und höchst offiziell: Happy 2015, ihr Lieblingsmenschen! Ich freue mich sehr auf die nächsten 365 minus die bereits vergangenen Tage. Dieses Jahr wird die Kuh fliegen oder um es in den Worten der BVG zu sagen: In diesem Jahr wird der Style mal so richtig hochgefahren.

Quelle: Facebook / BVG

Quelle: Facebook / BVG

Apropos Style hochfahren. In den vergangenen Tagen habe ich mich ausgiebig und explizit dem Thema Body Style gewidmet. Nein, ich meine damit nicht eben jenen, den man im HTML-Quelltext verwendet. Ich meine das Körperstyling im Fitty. Bislang habe ich in 2015 mehr Zeit im Fitness-Center bei mir um die Ecke verbracht, als an meinem elektronischen Schreibgerät daheim. Dies erklärt dann wohl auch den verspäteten Neujahrsgruß. Doch lieber spät als nie. Wie auch immer, die Neujahrsvorsätze halten an und ich platze gerade vor Energie. Heidewitzka, wo soll mich dieser Bewegungsdrang noch hinführen? Vielleicht ja zum allerersten Marathonlauf in der Schmidtschen Geschichte ever, ever, ever? Nichts Genaues weiß man nicht. Aber ja, ich habe mich vor kurzem tatsächlich getraut, meinen Body auf das von mir bislang gefürchtetes Gerät zu begeben, was das Sportstudio so beherbergt: das Laufband!

Reichte meine Lauf-Performance bislang nur für das betreute Joggen am Crosstrainer, wollte ich das nächste Level diesmal mit dem Highspeed-Flitzer einläuten. Doch das war leichter gesagt als getan. Nicht nur weil kürzlich meine Arbeitskollegin von einem fiesen ich-bin-da-neulich-irgendwie-hängen-geblieben-Unfall erzählte, sondern weil es schon ne andere Nummer ist, aus eigener Kraft und ohne Anschnallgurt zu laufen. Die süßen Crosstrainer, auf denen ich bislang meine Schenkel im Bewegungsmodus formte konnten da getrost einpacken. Ich war bereit für den Endboss. Next Level. Und so begab es sich, dass die Neugier und der Ehrgeiz mich überstimmten und ich mich Dank Beyonce im Ohr und Shakira in der Hüfte plötzlich auf dem Porsche der Fortbewegungsunterhaltung wagte und den ‚Start-Knopf‘ betätigte. Laufen aus eigener Kraft und in schnell. Lets go!

sportsportsport

Quick Start. Ok, dann mal los! Stufe 5 -> easy going. Stufe 6 -> is’ schon etwas flotter. Stufe 7 -> ich beweg mich dann mal langsam. Stufe 8 -> hui, ich laufe. Stufe 9 -> ich laufe wirklich. Mittlerweile kreischt Britney in mein Ohr und auf dem funky Display vor mir läuft eine neue Folge Desperate Housewives. Samstag Nachmittag, 90s Popsongs auf dem Kopfhörer, eine US-amerikanische Dramedy-Serie auf dem Flatscreen, die Spange im Haar und das Shirt der Lieblingsband am Leib. Ding, Ding, Ding. Alle Mädchen-Klischees erfüllt. Herrlich! Fehlt nur noch der eisgekühlte Prosetscho in der Trinkflasche. So schlimm ist es dann aber doch nicht.

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Hüpf, Hüpf, Hurray!

Zuallererst einmal möchte ich mich bei allen Henrys dieser Welt und deren Mütter für die, sagen wir mal, ausdrucksstarke Bezeichnung dieses Blogs entschuldigen. Ich persönlich kenne keinen einzigen Henry, was wahrscheinlich auch der Grund sein mag, weshalb ich mich ausgerechnet für eben diesen entschied. Auserwählt von meinem Unterbewusstsein. Vor exakt sechs Monaten. Ende Mai wurde bei einer Routineuntersuchung ein Tumor unter meinem linken Brustbein festgestellt. „Non-Hodgkin Lymphom – 11 x 9 cm – so groß wie ein Handball.“ sagte mein Arzt und zeigte mir die CT-Aufnahmen. Peng!

Mit diesen Worten startete ich vor exakt einem Jahr diesen Blog. Vor haargenau 12 Monaten entschloss ich mich dazu, diese Zeilen zu veröffentlichen. Meine Gedanken. Meine Ängste. Meine Erfahrungen. Mein Leben mit Henry. Dieser Jahresrückblick gilt nicht nur der Zahl 2014. Dieser Rückblick gilt einer neuen Zeitrechnung. Der nach Henry. Und somit feiern wir nicht nur einen neuen Jahresbeginn, wir feiern ein Jahr Chemofrei. Ein Jahr ohne Medikamente, Bestrahlung, Stammzelltransplantation. 365 Tage ohne Komplikationen, whoohoo! Am 9. Mai diesen Jahres erhielt ich die Nachricht aller Nachrichten. Henry ist nicht mehr aktiv. Es ist geschafft! Am 9. Mai 2015 werde ich demnach meinen ersten 2ten Geburtstag feiern. Doch bis dahin begrüße ich das neue Jahr mit jeder Menge Konfetti und einem „Hüpf, Hüpf, Hurray!“.

2015

Im Oktober 2013 bekam ich meine sechste und somit letzte Chemotherapie verabreicht. Damals ging es mir sehr schlecht und ein normales Leben war zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht vorstellbar. Heute, ein Jahr später, erinnern drei Narben an meine bis dato schwierigste Zeit. Drei Narben, meine Damen und Herren – sonst nix! Es geht mir tippitoppigaloppi, 1A, erste Sahne! Schaue ich heute in den Spiegel, kann ich es manchmal kaum glauben, was in den vergangenen Monaten geschehen ist. Die äußerlichen Spuren sind verblasst. Meinen Haaren auf dem Kopf gebe ich mittlerweile den liebevollen Kosenamen Frisur. Letztes Jahr schenkte mir meine liebe Freundin Mandy eine Perücke zu Weihnachten und meine Eltern verbrachten die Feiertage bei mir in Berlin. An reisen war zu diesem Zeitpunkt gar nicht zu denken. Und in diesem Jahr? Ist alles anders. Ich bin in der Zwischenzeit dreimal geflogen, war am Meer, habe den witzigsten Kindergarten für Erwachsene besucht, habe das Projekt FONRY ins Leben gerufen, Supporte mit dem Fuckoffhenry-T-Shirt-Verkauf die DKMS Life, war beim Friseur und setzte kürzlich wieder meine Perücke auf. Diesmal aber als sexy Seiltänzerin verkleidet (ich hab’s zumindest probiert) für die diesjährige Agentur-Weihnachtsfeier. Ja, genau ich habe seit Oktober wieder einen Job. Mit allem drum und dran.

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Hoch die Hände, Wochenende! 

Es ist Freitagmorgen. Ich sitze dick eingepackt mit Mütze auf dem Kopf und den Schal bis zur Nasenspitze geschoben in der S-Bahn in Richtung Büro. 9 Uhr, die Bahn ist semi gefüllt. Ein Platz am Fenster ist fast immer frei. Ich schaue hinaus und blicke direkt in die Sonne. Im Reflex kneife ich schnell die Augen zu und merke nach kürzester Zeit, wie es wieder etwas dunkler wird. Ich öffne die Augen. Wir fahren durch einen Tunnel. Au Revoir Sonne, Bonjour Smartphone.

Dank 1a Verbindung meines Netzbetreibers checke ich mal eben, was JeanetteBaguette und JackGelee23 heute zum Frühstück hatten und lasse mich davon gern inspirieren. Müsli mit Früchten, Avocado-Brot und frisch gepresster Orangensaft, lecker. #MUESLI #AVOCADO #TGIF – TGIF? Was soll das denn bedeuten? Eine neue Bilddatei? Die Schwester von gif und tif? Ich schmiss die Suchmaschine an und wollte unbedingt noch vor der nächsten Haltestelle wissen, was sich hinter diesem Hashtag verbirgt, der neuerdings verstärkt zum Ende der Woche im Newsfeed meiner Freunde auftaucht. Noch während ich tippe, sagt mir Wikipedia, was genau sich hinter der Abkürzung verbirgt. „TGIF steht für: Gott sei Dank, es ist Freitag – Thank God It’s Friday.“ Na klar! Macht total Sinn, oh man. Hätte ich auch selbst drauf kommen können. Merkste selber, nech? Ich schaue nach rechts, ich schaue nach links. Glück gehabt, niemand der direkt neben mir sitzt, die ganze Zeit hypnotisch auf mein Display starrt und nun ebenfalls dieses Wissen besitzt.

Mit dieser Kenntnis und einem Hashtag schlauer unterm Arm verlasse ich die S-Bahn und gehe schnurstracks in die Agentur. „Hallo, guten Morgen! TGIF! Und du so?“ Mit so ner News im Gepäck möchte man doch am liebsten jeden am Freitagmorgen begrüßen. Machte ich aber nicht. Ich hob die Info stattdessen für die kommende Woche auf. Und so geschah es, dass ich tatsächlich mein erstes #TGIF-Bild postete. Aha, ok. Na und? Was ist so besonders daran? So einiges. Noch während sich das Foto im Upload befand, geschah dasselbe nämlich auch mit mir. Der Upload aktualisierte automatisch meine eigene Software. Ein erweitertes Update. Next Level. Auf einmal hatte das Wochenende wieder eine neue Bedeutung. Ich freute mich darauf. Zum allerersten Mal. So wie jeder andere auch. Endlich Samstag. Endlich Sonntag. Endlich Feierabend.

Foto-yeah
Es machte KLICK! und plötzlich erinnerte ich mich an die Zeit im Krankenhaus. An eine Zeit, in der es völlig egal war, ob es Montag, Mittwoch, Freitag oder Samstag war. Es war vollkommen Schnurz. Für mich zählte jeder Tag. Egal ob Werktag oder Wochenende. Wobei der Samstag und Sonntag nie wirklich weit oben auf meiner Beliebtheitsskala standen. Wochenende bedeutete, dass weniger Ärzte da waren. Andere Pfleger. Ein anderer Groove. Weniger Zeit zum schnacken. Das Personal halbierte sich spürbar und die Auswahl des Mittagsmenüs schrumpfte auf zwei Gerichte: Salzkartoffeln mit Fisch oder Eintopf. Ich wählte beides immer im Wechsel. Mal mit Tee, mal mit Wasser. Und so zogen sich die Vormittage wie Kaugummi. Keine Visite, keine Essenbestellung für den nächsten Tag und keine Studentenführungen. Das war immer mein persönliches Highlight. Nein, nicht die Essenbestellung. Die Studentenbefragungen.

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so fresh, so clean – juicefresh

Seit langem angekündigt, geht’s heute mit dem ersten Tipp für die neue serviceorientierte Rubrik FOOD & MOOD los. Frei nach dem Motto ‚Wenn du einmal Krebs hast, versuchst du ihm in Zukunft aus dem Weg zu gehen‘ findet ihr ab sofort Rezepte, Empfehlungen und Tipps rund um das Thema Ernährung und vermeintliche Antworten auf Fragen wie: Was zum Geier mach ich eigentlich nachdem Henry verschwunden ist? Wie finde ich wieder zurück in mein altes, neues Leben oder wie werden mein Körper und ich wieder BFF (best friends forever)?
Das ultimative OMG-WTF-BBQ-Allheilmittel habe ich natürlich auch nicht in meiner Schublade gebunkert, aber ich starte mal einen Versuch. Könnte durchaus auch nicht Betroffene interessieren, die ebenfalls nach alternativen Streicheleinheiten für ihren Körper Ausschau halten.

Den Anfang macht heute das Berliner Label juicefresh®. So wie der Name es schon vermuten lässt handelt es sich hier um flüssige Vitamine in Form von Obst- und Gemüsesäften. Täglich frisch produziert und nicht pasteurisiert sind diese Säfte reine Vitaminbomben und eignen sich hervorragend zum entgiften und Akku aufladen. Alle Säfte sind vegan, hergestellt aus rohem Gemüse und/oder Obst, welches soweit möglich regional angebaut wird. Jede 500 ml Flasche beinhaltet bis zu 3 Kilo Obst und Gemüse, vollgepackt mit Vitaminen und Mineralien. Die Zutaten sind ausgewählt nach Geschmack und Wirkung. Weizengras zum Beispiel schenkt dem Körper durch sein reichhaltiges Vitalstoffangebot viel Energie. Der hohe lösliche und unlösliche Faseranteil von Zitrusfrüchten trägt zur Reinigung des Dickdarms und zur Darmkrensprävention bei. Und besonders wichtig: alle Säfte sind unfassbar lecker. Woher ich das weiß? Ich hab’s ausprobiert. juicefresh® hat mir freundlicherweise eine Tages-Ration bestehend aus fünf Säften und einer Nussmilch zum testen zur Verfügung gestellt.

juicefresh

Mein Detox Cleanse-Tag startete sehr gemüsig mit dem The More The Merrier-Drink und wurde zum Ende des Tages mit dem Power Balm immer obstiger. Den krönenden Abschluss machte die Nussmilch Madagascan Delight, von der ich noch immer total geflasht bin. Die Basis dieser Milch bilden Cashewkerne, die mit stillem Wasser, Agavensaft, Zimt und Vanille angereichert ist. Sehr spezieller Geschmack und auch die Konsistenz ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber äußerst lecker. Welche Säfte sich in meiner Detox Cleanse-Box befanden, könnt ihr nun hier nachlesen. Let’s Juice! Weiterlesen →

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Ich spring von Level zu Level

Die Bekanntschaft mit Henry war nicht nur eine körperliche Belastung, sondern auch psychisch ein ganz schön großer Hammer. Dies stellte sich aber erst heraus, als das Schlimmste überstanden schien und die körperlichen Strapazen sich verabschiedeten.
Wie in Trance pest du durch jede einzelne Untersuchung. Jede Behandlung. Du funktionierst in diesen Momenten einfach nur. Wie ein ferngesteuerter Roboter. Mit Blick aus der Vogelperspektive. Chemo Nummer 1 – check ✓. Chemo Nummer 2 – geschafft ✓. Chemo Nummer 3… Du hangelst dich von Behandlung zu Behandlung. Du springst von Level zu Level, solange bis dein Endboss aufgibt und KO geht. Dieser Spielstand muss die nächsten vier Jahre Aufrecht erhalten werden, um dann das langersehnte Zertifikat „krebsfrei“ an die Wand pinnen zu können.

Die ständigen Untersuchungen und Behandlungen gehören der Vergangenheit an. Und erst nachdem das Gröbste überstanden war und folgende Worte den Mund meiner Onkologin verließen „Wir gehen davon aus, dass Henry weg ist. Es gibt keine aktiven Krebszellen mehr.“ stellte sich Erleichterung ein. Doch auch erst dann realisierst du zum ersten Mal was eigentlich passiert ist. Was in den vergangenen Monaten los war. Dass du haarscharf, ohne doppelten Boden und Reservefallschirm an der Klippe vorbei gesegelt bist. PENG! Das sitzt erstmal. Ja, genau – erstmal hinsetzen. Durchatmen. Eins, zwei, drei. Zurück spulen. Auf Anfang. Und schon startet die Rückblende, ohne Vorspann. Es geht sofort los und vor deinem inneren Auge spielt sich ein kompletter Film ab. Würde er auf ARTE laufen, so hieße er vermutlich „Durch die Nacht mit Henry“. Aneinander gereihte GIF-Animationen durchfluten deinen Kopf. Gedanken. Gefühle. Erlebnisse. Alles kommt zusammen. Auf einmal. Die ganze Zeit lief im Hintergrund leise Fahrstuhlmusik und das Licht schien gedämmt. Plötzlich und wie aus heiterem Himmel und ohne Vorwarnung knipst einfach so jemand den Lichtschalter wieder an und schraubt am Lautstärke-Regler. Weiterlesen →

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Shave The Date – Shave Today!

Was heutzutage als modisches Style-Accessoire in jeglichen Formen und Ausführungen im gut sortierten Online-Shop erhältlich ist, erlangte in den 80er Jahren seinen medialen Durchbruch, als Schnurri-Legende und Godfather of MO Thomas Magnum aka Tom Sellek als Privatdetektiv in Hawaiihemd und mit Hosentaschen-Kamm bewaffnet die Frauenherzen höher schlagen ließ. Ladies and Gentleman – der MOUSTACHE.

2003 tauchte das Symbol der Männlichkeit in Australien wieder verstärkt auf und schmückt seither in jedem elften Monat des Jahres weltweit das Gesicht eines jeden Mannes. In diesem Jahr startet die Kampagne Movember auch wieder hierzulande und erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Doch was genau steckt dahinter?

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Foto: via Facebook / Movember Germany

Im sogenannten Movember wird der Moustache eingesetzt, um auf das Thema Prostata- und Hodenkrebs aufmerksam zu machen und Spenden für die Aufklärung sowie Erforschung der Krankheit zu generieren. Jeder Mo Bro (männliche Teilnehmer) rasiert sich am 1. November und zieht im Gesicht komplett blank. Danach hat er den gesamten Movember Zeit, sich einen Schnurrbart wachsen zu lassen. Weiterlesen →

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Tausche Kamm gegen Bürste.

Das Thema Haare tauchte hier und da ja schon des Öfteren auf. Von lang auf kurz, von kurz auf nix, von nix auf undefinierter beinahe-Vokuhila-Hilfe-bald-muss-was-geschehen-Look, auf puh-Glück-gehabt-Hallo-freche-Kurzhaar-Frise. Ich hab’s getan. Zum ersten Mal nach der Trennung von Henry habe ich einen Friseurladen aufgesucht und war bestimmt genauso aufgeregt wie damals, als ich mir mit acht Jahren ganz mutig zwei Ohrlöcher hab schießen lassen.

Noch fünfmal schlafen dann ist er da – der große Tag. Ich suchte mir einen Samstag aus. Na klar, bloß nichts überstürzen, gut vorbereitet sein und ja ausgeschlafen beim Haarmeister erscheinen. So lauteten die Grundsätze. Schließlich war es diesmal etwas ganz besonderes. Es war das erste Mal mit meinen neuen Freunden da oben auf der Aussichtplattform. Und sie haben sich enorm verändert. Waren sie früher eher glatt und blond, sind sie heute das komplette Gegenteil: gelockt und brünett. Ein ganz anderer Typ. Und das steht im Moment irgendwie symbolisch für alles. Raus mit dem Alten und her mit dem Neuen.

Ich mag meine Typveränderung. Es macht Spaß sich auszuprobieren und sich zuweilen in der Rolle von Samantha Jones wiederzufinden, wie sie in einer Folge mit Kurzhaarperücke, Sonnenbrille und Trenchcoat getarnt als Detektivin ihrem Freund Richard nachstellt und von einem New Yorker Straßengebüsch zum nächsten hoppelt. So fühle ich mich auch von Zeit zu Zeit. Inkognito and the City. Nur mit dem Unterschied, dass es im wahren Leben keinen Richard gibt, dem ich auf der Straße hinterher hopse. Wäre irgendwie auch ganz schön schräg. Es ist eher so, als würde man nach knapp zwei Jahren aus dem Zeugenschutzprogramm wieder in sein altes, neues Leben zurückkehren. Vorbei an der Badstrasse und dem Hauptbahnhof zurück auf LOS. Es wurde fleißig gewürfelt und die Karten aber so was von neu gemischt, da zählt der alte Spielstand so gut wie gar nicht mehr und alles scheint plötzlich wieder möglich zu sein.

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Und dann war er da – der Tag der Beschneidung, äh, Entscheidung, also der neuen Frisur meine ich. Ich öffnete das goldene Tor zu meinem neuen Leben und sagte mit einer zu solcher Tageszeit und dem Berliner Serviceleistungs-Segment eher unüblich guten Laune „Juhu! Ich habe einen Termin und will es heute mal so richtig krachen lassen!“ – „Aha, wat willste denn fetziges machen lassen?“ – „Einmal meine lockigen Freund da oben in Form bringen bitte, merci!“. Weiterlesen →

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Schöne Spitze für eine spitzen Sache!

Der Oktober zeigt sich dieser Tage von seiner sonnigen und wie jedes Jahr auch von seiner pinken Seite. Traditionell machen im Oktober zahlreiche Organisationen und Initiativen unter dem Symbol der pinkfarbenen Schleife mit Aktionen auf das Thema Brustkrebs aufmerksam. Weltweit werden Spenden gesammelt und Aufklärungsarbeit geleistet, wie beispielsweise The Tutu Project (www.facebook.com/TheCareyFoundation) von Linda und Bob. Der Breast Cancer Awareness Month wird hierzulande unter anderem auch mit dem Titel Pinktober vom Hard Rock Café durch einige Aktionen unterstützt.

In diesem Jahr spricht mich aber vor allem eine Aktion ganz besonders an. Die britische Designerin Stella McCartney hat aktuell eine pinkfarbene Lingerie-Serie entworfen, die täglich beim Öffnen der Unterwäsche-Schublade uns Frauen daran erinnern soll, gut auf unseren Körper zu achten und regelmäßig zur Vorsorge zu gehen. Und Mädels, die Kollektion kann sich wirklich sehen lassen. Weiterlesen →

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AirPORT

Es ist Dienstagmittag. Die Sonne scheint, ich habe ordentlich gefrühstückt und bin überpünktlich am Flughafen. Die Redaktion von RTL „Guten Morgen Deutschland“ hat mich vergangene Woche zu sich ins Studio nach Köln eingeladen und noch ehe ich ’Fuck Off Henry’ sagen konnte, stand ich auch schon mit gepacktem Koffer am Terminal A.

Entspann’ dich, Janine – du hast alle Zeit der Welt. Der Flieger geht in einer dreiviertel Stunde. Denkste! Kurzerhand wurde dieser von Terminal A nach C verlegt. Einmal querfeldein, Treppe rauf, Treppe runter und dann links. Okäse, das schaff’ ich locker. Am Check In angekommen, reihe ich mich vorschriftsmäßig in die Menschenschlange ein und gehe mit Mini-Schritten auf die Sicherheits-Crew zu. Der Check In läuft wie am Schnürrchen. Alle grüßen ganz freundlich den Abchecker, legen artig ihr Gedöns auf’s Band und durchlaufen das Kontroll-Tor. Bei meinem Vordermann piept es. Er bleibt stehen, spreizt vorbildlich im gleichschenkligen Dreieck seine Beine und zack sind die Kontrollettis auch schon bei der Sache.
Das Scanner-Gerät bewegt sich von oben nach unten. Von links nach rechts, macht an der Hüfte halt und signalisiert, dass der Gürtel vergessen wurde. Mit einem festen und zugleich sicheren Griff zieht der Passagier seinen Gürtel aus der Lasche und wirbelt ihn wie ein Cowboy sein Lasso durch die Abfertigungshalle. Respekt! Einige rollen die Augen, ich empfinde es als astreine Showeinlage und nicke ihm bestätigend zu. „Der Nächste bitte!“ Ui, das bin dann wohl ich.

Ich ging in Gedanken noch mal die Checkliste durch. Gürtel? Kein Gürtel. Kleingeld in der Hosentasche? Hä, wozu gibt es Portemonnaies? Also, nein. Schlüssel? Schlüssel, ja, Moment… Na klar, in der Tasche. Top! Dann kann’s losgehen.
Etwas neugierig und aufgeregt war ich ja schon. Ob er wohl piepen wird? Schließlich lief ich das erste Mal mit ihm durch die Flughafen-Sicherheitskontrollen-Zauberkugel. Noch 3 Schritte, 2, 1… Stille. Ich blieb stehen und wartete auf ein Signal. Doch es tat sich nichts. „Vielen Dank, der Nächste bitte!“. Puh, so müssen sich Drogenkuriere fühlen, die ohne gefilzt zu werden durch die Kontrolle gelangt sind. Erleichterung machte sich breit, mein blinder Passagier hatte sich nicht gemeldet und war somit absolut harmlos. Dann kann die Reise ja wie geplant starten. Mit mir und meinem kleinen Begleiter unter der Haut – dem Port.

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Port? Was ist denn ein Port? Ein Portsystem hat beinahe jeder Krebspatient immer bei sich – direkt unter der Haut am Brustbein. Mein kleines Implantat liegt auf der rechten Seite, da sich Henry genau auf der gegenüberliegenden Seite eingenistet hat. Weiterlesen →