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FOOD and MOOD

Immer mal wieder plobbte das Thema Ernährung vereinzelt hier und da in meinen Beiträgen kurz auf. Ja, ich habe meine Lebensweise und den Speiseplan auf Links gedreht. Doch was genau bedeutet das?

Vor kurzem schrieb mir eine Leserin, die mich genau das fragte: „ Welchen Weg bist du hier gegangen? Das ist gerade für mich ein riesiges Thema, das mir komischerweise total schwer auf dem Magen liegt. Ich finde die Literatur, die ich dazu gelesen habe, meist sehr dogmatisch – vegan, kohlenhydratarm/-frei, vegetarisch, gemischte Vollwertkost… Alles hat seine Berechtigung und wird in den Büchern immer 1A belegt und als das ULTIMATIVE beschrieben. Ich weiß nicht, wo mir der Kopp steht in Bezug hierauf und habe beim Essen teilweise so ein schlechtes Gewissen. Es gipfelt aber gerade darin, dass ich, wenn ich denke, ich esse abends ein Brot, denke, dass ich an meinem Grab schaufle, weil es die bösen bösen Kohlenhydrate sind. Verstehst du in etwa, was das mental mit mir macht? Kennst du das?“. Und ob ich das kenne! Jeder erzählt einem etwas anderes, du darfst dies und jenes nicht zu dir nehmen. Pass’ auf, dass du genügend blablabla isst oder trinkst.

Diese Woche ist Brokkoli das Superfood schlechthin, nächste Woche ist es gesundheitsschädlich und fördert die Entstehung von Krebs. So wie Brigitte hier ihre momentane Situation beschreibt, so ähnlich ging es mir auch. Nur hatte ich eine liebe Freundin, die mich ernährungstechnisch an die Hand genommen und mich regelmäßig mit Tipps und Hintergrundwissen beliefert hat und mich auch weiterhin fleißig damit versorgt. Mandy wird hier in Zukunft vielleicht auch das ein oder andere Mal zu Wort kommen und etwas zu den Artikeln beitragen. Dafür mache ich schon jetzt einen symbolischen Knicks und freue mich euch heute die neue Rubrik ‚FOOD and MOOD‘ vorzustellen. Hier wird es ab sofort Tipps, Rezepte und Hintergrundwissen rund um das Thema Ernährung und Entschleunigung gehen.

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Die meisten Betroffenen werden es vielleicht kennen: während der Chemotherapie schmeckt irgendwie alles gleich und sehr metallisch. Man hat ständig Lust auf fettiges, süßes und deftiges Zeug. Pfui Spinne! Aber der Körper ist in dieser Zeit in einem absoluten Ausnahmezustand und lechzt nach Energie. Man fühlt sich antriebslos und zu schlapp, um sich selbst an den Herd zu stellen und das Krankenhausessen mit seinen aufgeplusterten Weizenluftbrötchen ist alles andere als optimal. Die große Umstellung stellte sich bei mir erst ein, als ich mich allmählich von den Strapazen der Chemiekeule erholte und mich wieder selbst versorgen konnte.

Kochen und vor allem essen sollte wieder Spaß machen. Vorbei war die Zeit der Kosmonauten-Nahrung und der aufgeweichten Zwiebacke. Heute kommt nur noch gesundes auf den Tisch. Ich halte mich sehr an die basische Ernährungsweise, da diese den Säure-Basen-Haushalt reguliert und meinen Körper vor der sogenannten Übersäuerung schützt. Diese ist für die meisten chronischen Leiden verantwortlich und hat einen erheblichen Einfluss auf unser Wohlbefinden. Doch warum basische Ernährung? Erfahrt hier mehr darüber: http://www.zentrum-der-gesundheit.de/basische-ernaehrung-2.html

Zudem achte ich sehr darauf, was ich konsumiere und stelle mir beim einkaufen immer wieder die Frage: Gäbe es dieses Produkt auch ohne die Lebensmittelindustrie? Mithilfe dieser Fragestellung ist es sehr einfach seinen Einkaufswagen gesund und ausgewogen zu befüllen. Ich persönlich bin weder strikter Vegetarier noch Veganer, interessiere mich aber dennoch sehr für die Rezepte ohne Zugabe tierischer Produkte und merke zunehmend, dass ich seit meiner Ernährungsumstellung weniger Fleisch und Fisch esse. Auch bei Kosmetikprodukten achte ich penibel darauf, welche Inhaltsstoffe hier verwendet werden und greife nur noch zur Handcreme, Schampoo & Co. mit pflanzlichen Inhaltsstoffen. Kathrin von Ein bisschen vegan beschäftigt sich auf ihrem Blog ausführlich mit dem Thema Veganismus und dem grünen Lebensstil und auch Madhavi von Kaerlighed sowie Hannah von Projekt: gesund leben nehmen sich dem Thema Ernährung und Entschleunigung ohne erhobenen Zeigefinger an. Denn mal ganz ehrlich, lieber etwas mehr Bewusstsein für sein Konsumverhalten schaffen, als sich in eine ungesunde Verbissenheit zu stürzen.

Nun lebe ich in einer Großstadt und habe das Glück in Laufweite meinen nächsten Bioladen und eine Auswahl an mehreren veganen Cafés zu haben. Seither kaufe ich ausschließlich dort und auf dem Markt meine Zutaten ein. Am Anfang ist es eine große Umstellung. Puh, ganz schön teuer das Gemüse und die verschiedenen Öle. Und wo zum Geier sind denn all diese Zusatz- und Konservierungsstoffe hin? Stehen die an einer anderen Stelle? Ist da jetzt wirklich nur Kokosöl drin? Sonst nichts? Stark! Ja, es ist viel teurer als im Super-Billo-Markt um die Ecke. Dafür hat das Gemüse Geschmack und noch einen Großteil der Nährstoffe. Investiert in euren Körper, in euch selbst und nehmt euch die Zeit zum Kochen.

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Man mag es anfangs gar nicht glauben, aber es ist durchaus ein Leben ohne diesen ganzen Müll in den Produkten möglich und dein Körper dankt es dir. Sehr schnell sogar. Meine Haut ist der absolute Wahnsinn und Freunde, ich kann euch sagen: das war nicht immer so! Nach dem chemischen Peeling von innen, konnte ich dank der Ernährung eine mittlerweile reine und ebenmäßige Haut herbeiführen. Und auch mein generelles Wohlbefinden lässt sich kaum in Worte fassen. Doch! Es ist einfach MEGA! Ich bin voller Energie und Tatendrang. Und weil es mir damit so gut geht kann ich euch allen nur raten:

Habt Spaß am Kochen und nehmt euch die Zeit zum Genießen. Macht daraus keine Pflichtveranstaltung. Habt keine Angst vor Kohlenhydraten. Kocht so viel wie möglich selbst und verzichtet auf abgepackte Waren, Weizen, Milch und Käseprodukte. Haltet Ausschau nach Alternativen. Züchtet euch euer eigenes Grünzeug, probiert Gewürze und Kräuter aus. Achtet darauf nicht zu viel Zucker zu euch zu nehmen – ja, auch in Obst steckt viel von dem Liebling aller Krebsarten. Schafft euch Alternativen, wenn der Appetit kommt. Achtet bei Schokolade auf den Kakaogehalt und verwendet Stevia anstelle von weißen Zucker aus der Dose.
Macht euch frei von Zwängen und den „ultimativen“ Ernährungsplänen. Es gibt nicht dieses eine Diätkonzept, dass euch todsicher vor Krebs beschützt. Es gibt jedoch durchaus Ernährungsweisen, die euer Schutzschild aktivieren und es kräftigen. Ganz wichtig bei der Sache ist eins – das Köpfchen – sobald es anstrengend und zur Qual wird, löst sich auch euer Schutzschild wieder auf. Also, krempelt die Ärmel hoch und stürmt den nächsten Bioladen, boys and girls!

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