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An einem Sonntag im Mai

An einem Sonntag im August – so heißt eine der wohl bekanntesten Café-Bars in Berlin Prenzlauer Berg. An einem Sonntagabend im Mai mit einer Packung Schoko-Minz-Dinkelwaffeln könnte meinen aktuellen Zustand des Seins derzeit kaum besser beschreiben und so exakt auf den Punkt bringen wie eben dieser.

Sonntag = generell und immer Wow!
Mai = generell und immer Wow! plus herrlicher Sonnenschein
Schoko-Minz-Dinkelwaffeln = keine weitere Erklärung, das kann man so für sich stehen lassen.

Alle Komponente zusammengefasst und auf Montag den 9. Mai vordatiert ergibt dies in der Summe einer meiner bedeutendsten Tage im Jahr: mein 2ter Zweit-Geburtstag.

Happy Birthday to me
Weitere 365 Tage ohne Henry seit meinen Blogbeitrag vom 1ten Zweit-Geburtstag vor exakt einem Jahr. Unglaubliche Freude und Dankbarkeit erfüllt mich während ich diese Zeilen schreibe. Freude darüber, so wunderbare Menschen an meiner Seite zu haben und Dankbarkeit, über jeden einzelnen Tag, den ich mit Ihnen in Gesundheit verbringen darf. Besonders heute bin ich mir dessen mehr denn je bewusst, welches Geschenk jeder weitere Tag ohne Henry bedeutet und dass bei weitem nicht alle Henry-Begegnungen so hoffnungsvoll verlaufen – gute Reise, liebe Liza!

Mit euch allen möchte ich deshalb heute virtuell mein Glas erheben und gemeinsam anstoßen. Auf die nächsten 365 Tage ohne Henry, auf das immer genügend Konfetti auf dem Dancefloor liegt und ausreichend laktosefreie Milch im Kühlschrank steht.
Happy Birthday to me & all of you!

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World Cancer Day

Über Krebs sprechen wir nicht gern, über Krebs sollten wir aber mehr sprechen!

Heute ist Weltkrebstag. Ein Tag, der erstmalig am 4. Februar 2006 durch die Weltkrebsorganisation (UICC – Union for International Cancer Control) ins Leben gerufen wurde, um die nach wie vor bestehenden Wissensdefizite über Krebs auszuräumen: Wie entsteht Krebs? Wie kann man das Risiko, an Krebs zu erkranken, selber verringern? Welche Möglichkeiten zur frühen Erkennung von Krebs gibt es? Antworten zu diesen und vielen weiteren Fragen bietet u.a. die Deutsche Krebshilfe – http://www.krebshilfe.de/wir-informi…/…/welt-krebstag02.html

Auf der Webseite www.worldcancerday.org gibt es zudem eine Karte mit den Events, die anlässlich des Weltkrebstages 2016 weltweit stattfinden. Am 27. Februar lädt beispielsweise die Berliner Krebsgesellschaft zum 32. Deutschen Krebskongress im CityCube / Messedamm Berlin ein. Im Rahmen des 7. Krebsaktionstag haben die Besucher die Möglichkeit, Informationen zu den neuesten Behandlungsmethoden allgemein verständlich und direkt aus erster Hand zu erfahren. Themen wie Ernährung, Palliativversorgung und Komplementärmedizin kommen ebenfalls zur Sprache.
Der Eintritt ist frei.

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Gutbye 2015

Ein großartiges und ereignisreiches Jahr neigt sich dem Ende. Das zweite Jahr ohne Henry. 5 Jahre ohne ihn, 5 Jahre danach, 5 Jahre krebsfrei. Das ist das Ziel. Und die Hälfte ist schon fast geschafft. In 2016 wird Bergfest gefeiert und von da an der Countdown nach unten gezählt. Ich freue mich auf die kommenden 365 Tage – auf neue Begegnungen, Veränderungen, Erkenntnisse. Das vergangene Jahr gab mir Antrieb um den Motor zu starten und zum laufen zu bringen. Großartige Menschen sind in mein Leben getreten, Lieblingsmenschen haben sich vermehrt und wiederum zauberhafte Menschen auf die Welt gebracht.

hello 2016
Unglaublich aber wahr, habe ich den diesjährigen AVON Frauenlauf eröffnet, bin meine ersten 5km durch den Tiergarten gelaufen, nur um kurz danach die Strecke um weitere 5km aufzustocken. Mittlerweile ist das Laufen für mich eine Passion geworden. Ich fühle mich frei und kann tief durchatmen. Der kommende AVON Frauenlauf wird auch im nächsten Jahr wieder mit mir stattfinden. Genauso wie der Halbmarathon, für den ich mich vor einiger Zeit angemeldet habe. Ja, genau. 21km durch die City, whoop whoop! Im Januar beginnt hierfür das intensive Lauftraining, von dem ich an der ein oder anderen Stelle berichten werde. Und auch mit meinem Projekt FONRY wird es in 2016 wieder tolle Kooperationen geben und diverse Designmärkte sowie Festivals angesteuert. Neuigkeiten wird es zudem auch in regelmäßigen Abständen von meinem Engagement als Kuratoriumsmitglied der Krebsstiftung Berlin zu lesen geben, dem ich mich hier auf dem Blog in Zukunft intensiver widmen möchte. Dazu in Kürze mehr.

Ich bin wieder da. Mitten im Leben. Mit glatt geföhnten Haaren, tiptop Blutwerten und neuem Ich. Viel mehr bei mir hab ich Henry mittlerweile meilenweit hinter mich gelassen. Ich sehe ihn noch ab und zu etwas verschwommen im Rückspiegel. Das muss so sein, wenn man sich voneinander verabschiedet. That’s the only good in goodbye! Die wahrscheinlich einzige Trennung, in der das Wort ‚good‘ in goodbye treffender nicht sein könnte. Deshalb verabschiede auch ich mich aus dem Jahr 2015 mit einem freudestrahlenden ‚Gutbye‘. Lasst das Jahresende entspannt ausklingen und wenn es zu laut werden sollte, zieht einfach die Bettdecke über den Kopf und spannt den Schirm auf.

IMG_7354Ich werde jetzt meine Koffer packen und das neue Jahr mit drei bezaubernden Mädels an der Ostsee beginnen. In direkter Nachbarschaft zur Reha in Ahrenshoop. Und wer weiß, vielleicht landen wir ja sogar auf einer Party von DJ Lothar…

Ein schönes und gesundes neues Jahr wünsche ich uns allen!

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Zwei gewinnt

Hoppala, da wacht man eines Morgens auf und bemerkt plötzlich, dass auf dem Kalender der Monat September in großen Lettern geschrieben steht und der nächste Geburtstag an beide Brillengläser klopft. In zwei Tagen. Der zweite Geburtstag nach Henry, ohne Henry. Jawoll! Bislang habe ich dem Datum nicht sehr viel Beachtung geschenkt. Doch jetzt, während ich diese Zeilen niederschreibe wird es auf einmal deutlich: das fühlt sich ganz schön toll an!

Um die vergangenen Wochen schriftlich wieder aufzuholen, würde ich locker im 24 Stunden Dauer-Schreibmodus gefesselt an meinem Schreibtisch verbringen können, müssen, sollen. Das hebe ich mir aber doch lieber für später auf… (An dieser Stelle kommt jetzt der obligatorische Zwinger-Smiley… huch, diese verdammte Autokorrektur… Zwinker-Smiley zum Einsatz.) Pause. Pause. Pause. Wie jetzt? Ja, meine Damen und Herren, es darf gern gegrübelt und spekuliert werden. Zu gegebener Zeit werde ich an diesen Satz mit großer Freude wieder anknüpfen. Ich bitte noch um etwas Geduld. Noch ist der Adler nicht gelandet und die Tinte nicht getrocknet.

Doch apropos Tinte. Meinem Tattoo-Projekt FONRY widme ich derzeit sehr viel Aufmerksamkeit, um ihm die Möglichkeit zu geben, weiter zu wachsen. Und somit auch mir die Möglichkeit, zu wachsen. Eine Tätigkeit – ach, was sag ich da – eine Berufung, die mein Herz zum hüpfen bringt und irgendwann auch meinen Kühlschrank füllen soll. Ganz ernsthaft. Und damit meine ich jetzt nicht nur das obere Nagellackfach.

Ich komme gerade viel rum. Treffe tolle Menschen und quatsche solange, bis die Fusseln am Mund anfangen zu stören. Es läuft. Oder um es mit den Worten von meinem Lieblings-Buchstaben-aneinander-Reiher, dem Herrn Dendemeier zu sagen: Es geht mir gut, es geht mir sehr, sehr gut. 

LebensretterSchon bald wird ein umfangreicheres Update folgen. Versprochen! Und bis dahin würde ich mich freuen, wenn ihr die wunderbare Semikolon-Aktion von FONRY und Freunde Für’s Leben e.V. supportet. Wie, Was und Warum erfahrt ihr hier: http://www.frnd.de/frnd-entwickelt-alternative-zum-permanenten-semikolon-tattoo

Schön, dass ihr auch weiterhin an meiner Seite, auf dieser Seite seid und bleibt.

Eure Janine

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Laufend Mut machen

So wie ich meinen vorherigen Beitrag begonnen habe, werde ich auch mit diesem fortfahren. Genau so. Wort für Wort. Denn an meinem Gefühlsstatus hat sich seither nichts verändert. Kopfstand mit Überschlag… so fühlt es sich innen drin gerade bei mir an. Voll gut. So richtig gut. Alles ist in Bewegung. Es bewegt sich. Ich beweg mich. In alle Richtungen. Und am 16. Mai lautet das Ziel: Tiergarten Berlin. Die Distanz: 5km. Der Auftrag: laufend Mut machen.

In nunmehr 10 Tagen findet der 32. AVON RUNNING Berliner Frauenlauf statt und ich werde mit jeder Menge Lauf-Support rechts und links von mir an den Start gehen. Unterstützt von meinen Girls, die sich waghalsig und teils unaufgewärmt meinem „FuckOffHenry“-Team angeschlossen haben, werden wir gemeinsam den Asphalt zum bouncen bringen.

sportsportVor exakt einem Jahr betrat ich zum ersten Mal nach der Begegnung mit Henry wieder sportliches Terrain. No Sweat, No Candy! So der Claim von meinem Fitty in der Nachbarschaft. Dank Beyonce im Ohr und Shakira in der Hüfte werde ich tatsächlich 365 Tage nach meinem ersten Gesundheitscheck und dem damaligen Fitness-Alter einer 70jährigen in 10 Tagen die 5km-Strecke laufend zurück legen. Ein großer Tag für mich und alle anderen Läuferinnen. Denn bei diesem Lauf geht es nicht nur darum, sich in Bewegung zu bringen, sondern auch ein Zeichen zu setzen für an Krebs erkrankte Menschen.

1 Euro der Teilnahmegebühr geht an die Berliner Krebsgesellschaft. Man kann jedoch noch mehr bewirken. Ich möchte gern noch mehr bewirken. Auf der eigens dafür erstellten Charity-Team Spendenseite gibt es die Möglichkeit Krebs-Betroffenen, die durch ihre Erkrankung in finanzielle Not geraten sind, Geld für den dafür vorgesehenen Härtefond zu spenden. Bislang liegen wir bei 75,00 Euro. Mein selbst gestecktes Ziel ist allerdings etwas sportlicher und steht bei 500,00 Euro. Wer auch einen Teil zum diesjährigen Frauenlauf beitragen möchte und selbst nicht teilnehmen kann, wegen verlegter Sportschuhe oder Business-Termin in der Eisdiele, dem sei wärmsten das Spendeformular ans Herzchen gelegt.

Und apropos Herzchen: wer sich just in diesem Moment ein selbiges fasst und sich auch durch den Tiergarten fortbewegen möchte, der kann sich am Mittwoch, 13.05.2015 und am Freitag, 15.05.2015 bei Karstadt sports, Joachimsthaler Str. 5-6, 10623 Berlin von 10:00 bis 19:30 Uhr noch anmelden. Am 16. Mai ab 13.00 Uhr bis kurz vor dem Start im Start-/Zielbereich (Lindenhalbrund an der Ebertstraße) gibt es auch noch die Chance zur Anmeldung. Weitere Teilnehmerinfos findet ihr unter: www.berliner-frauenlauf.de

sport0202Also, wir schnüren schon mal unsere Schühchen und sehen uns am 16. Mai!
Whoop, Whoop!

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Kopfstand mit Überschlag

… genau so fühlt es sich innen drin gerade bei mir an. Voll gut. So richtig gut. Alles ist in Bewegung. Es bewegt sich. Ich beweg mich. In alle Richtungen. (Keine Angst, der Schnaps steht ganz weit hinten im Küchenregal und wurde von mir nicht angerührt.)

Vergangene Woche blickten mich bei der Premiere meines ersten Vortrags rund 40 Augenpaare interessiert an und warteten neugierig auf das, was ich ihnen in den nächsten 60 Minuten zu erzählen hatte. Punkt 18 Uhr Herr Prof. Dr. med. Dr. Schlag von der Berliner Krebsgesellschaft bittet mich, neben ihm Platz zu nehmen. Vorne. Neben dem Rednerpult und vor dem Beamer. Ich bin kurz geblendet. Vom Beamer. Kneife im Reflex meine Augen zu und setze mich gekonnt und beinahe blind in den schwarzen Ledersessel. Geschafft. Ich sitze und das ohne große Zwischenfälle. Ohne zu stolpern oder umzukippen. Ok, weiter geht’s. Die Frisur sitzt.

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Ich scanne im Schnelldurchlauf die Sitzordnung der anwesenden Zuhörer und Zuschauer ab. Wie ein moderner Cyborg oder die lustigen Weltraumkatzen mit den Laseraugen, hihi. Die ersten beiden Reihen, links und rechts Lieblingsmenschen – check✓ Dritte und vierte Reihe – ja, den ein oder anderen könnte ich schon mal gesehen haben. Fünfte, sechste… verdammt wo ist meine Brille? Fast alle Plätze sind belegt und die Couleur der interessierten Lauscher könnte vielfältiger kaum sein. Betroffene, Nicht-Betroffene, Angehörige Betroffener, Mediziner, Psychoonkologen, Agentur-Menschen, Digital Natives und ganz vorne mit dabei, meine Herzens-Supporter. Knaller Crowd, knaller Abend! So würde ich es rückblickend einfach mal zusammenfassend beschreiben. All die Vorbereitung, die voran gegangenen Gespräche und der Mut der Krebsstiftung Berlin, dieses Mädchen von diesem Internet erzählen zu lassen, haben sich mehr als gelohnt und mich um eine unfassbar großartige Erfahrung reicher gemacht und abermals über mich hinaus wachsen lassen.

Ich war und bin immer noch überwältigt von all den interessierten Fragen. Den unterschiedlichen Meinungen und wahnsinnig inspirierenden Input. Allein daraus ergibt sich schon wieder Stoff für mindestens zwei weitere Vorträge. Theoretisch. Das Thema „Ein Leben mit Krebs in der digitalen Welt“ ist kein einfaches und zudem extrem vielschichtig. Nicht jeder ist sich der Risiken bewusst, so dass es vor allem hier noch umfangreicher Aufklärungsarbeit bedarf. Doch auch als kommunikative Hilfs- und Austauschplattform sind die Möglichkeiten, die das Internet bietet noch nicht annähernd optimiert und ausgerichtet. Hier wird es bestimmt noch jede Menge Gesprächsbedarf geben. Ich bedanke mich an dieser Stelle bei allen die da waren und diesen Abend mit Leben gefüllt und zum inspirierenden Austausch angeregt haben. Das war ganz schön toll! Abschließend möchte ich noch mein Lieblings-Zitat-Chart aus der Fancy-Nancy-Präsentation hier an die virtuelle Wand werfen. Für all diejenigen, die nicht mit dabei sein konnten und dennoch gefühlt ein Stück Vortrag mit nach Hause nehmen möchten.

Hätte ich mal – der traurigste Satz, den ein Mensch sagen kann. „Müsste ich irgendwann auch mal“ ist ein Trickbetrüger, der uns die schönsten Momente aus der Tasche zieht.

 

Wenn wir doch schon auf die Quantität keinen Einfluss haben, dann müssen wir doch umso heftiger an der Qualität schrauben. Glauben wir denn ernsthaft, dass am Ende des Lebens, kurz vor der Ziellinie einer mit nem Präsentkorb auf uns wartet? „Hier, Klaus Hermann, für Dich, weil Du so schön gespart und auf Urlaube verzichtet hast!“
Am Arsch!

(stern-Kolumnist Micky Beisenherz, Nachruf zum Tod von Radiomoderator Basty Radke)

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Krebs 2.0 – Reloaded

Beinahe jeder von uns kommuniziert mit seinen Liebsten inzwischen via Smartphone, iPad oder Whatsapp. Tindert zwischen ‚Hot or Not‘ und verkauft seine ausrangierten Jeans lieber über Mobile-Apps wie Shpock oder Kleiderkreisel anstatt seine sieben Sachen auf dem nächsten Flohmarkt am analogen Stand zu verkaufen. Bequem, unkompliziert und vor allem schnell muss es gehen. Nahezu unvorstellbar ist da mittlerweile ein Fitnessstudio-Besuch ohne Tracking-Armband oder Foursquare Check-In. Plattformen wie Facebook, Twitter, Pinterest oder Instagram gehören mittlerweile zum Alltag wie die Butter auf’s Brot. Doch was geschieht, wenn die reale Welt sich plötzlich nicht mehr so aktiv, crazy, trendy und fancy darstellen lässt? Wenn hinter dem nächsten Hashtag plötzlich ‚fuckcancer‘ steht und das Wort Krebs in deinem Status-Beitrag auftaucht? Gerade dann ist der Austausch mit dem engsten Freundes- und Familienkreis enorm wichtig und die Erfindung von Social Networks ein wahrer Segen… oder doch nicht?

Noch bevor jemand den Begriff Handy verwendete und die Bezeichnung WWW allenfalls auftauchte, sobald die Schreibmaschinentaste klemmte, war der reale Krankenhausbesuch am Nachmittag der einzige Kontakt zur Außenwelt. Im Jahre 2015 sieht das Ganze etwas anders aus. Heute wird direkt aus dem Krankenbett heraus mit der ganzen Welt kommuniziert, dank kostenlosem WLAN auf der Krankenstation. „Herzlich Willkommen – dies ist ihr Schrank, dies ihr Bettnachbar und anbei die WLAN Login-Daten. Einen angenehmen Aufenthalt.“ Doch trotz dieser umwerfenden Möglichkeit, sich mit kostenlosem und blitzschnellen Internet die Zeit zu vertreiben und der Vielfalt an Mitteilungsoptionen, sollte sich ein jeder vorher vielleicht doch nochmal ein, zwei oder drei Gedanken und einen Neustart Zeit nehmen, um sich bewusst zu machen, welche möglichen Auswirkungen die Kommunikation in dieser besonderen Situation im Internet mit sich bringen könnte.

Blog around the Clock  - Janine Schmidt
Die Diagnose Krebs reißt dich komplett aus dem Leben, zieht dir die Schuhe aus, nimmt dir die Luft zum Atmen, zum Verstehen. Es herrscht der absolute Ausnahmezustand. Alarmstufe Rot. Plötzlich geht es nicht mehr um die Qual der Wahl beim bevorstehenden Schuhkauf. Plötzlich geht es um dein Leben. Ums Überleben. In dieser Situation möchte man nicht allein sein, den Anschluss nicht verlieren. Man möchte sich mitteilen, sucht nach Gleichgesinnten, nach Bestätigung und möchte verstanden werden. Da ist ein Status-Update oder ein Bild kurz nach der OP schnell mal hochgeladen. Doch bin ich mir in solch einer Situation auch wirklich bewusst welche Tragweite diese einzelnen Online-Beiträge haben? Das Internet vergisst nie und hört ganz bestimmt nicht an der nächsten Zimmertür auf. Was passiert wenn das analoge Leben einer Krebsdiagnose digital (aus-) gelebt wird? Wann hilft das Posten, Bloggen, Fotografieren und wann wird es hinderlich?

Genau jene Fragen habe ich mir gestellt, bevor ich meine persönliche Geschichte öffentlich machte und diesen Blog startete. Ich nahm mir sehr viel Zeit, habe genau darüber nachgedacht und mögliche Auswirkungen und Risiken in Betracht gezogen, bevor ich den Entschluss fasste, dass das Niederschreiben meiner Erfahrungen nicht nur mir bei der Verarbeitung hilft, sondern bestenfalls auch anderen Betroffenen Mut machen könnte. Jeder sollte diese Entscheidung individuell für sich treffen und abwägen, welcher Umgang mit den sozialen Medien der passende und beste für ihn ist. Die Möglichkeit sich in der heutigen Zeit mit Gleichgesinnten auszutauschen, sich zu informieren und Aufklärungsarbeit zu leisten war noch nie so einfach. Es zeigt sich demnach mehr denn je, wie wichtig die Kommunikation mit- und der Austausch untereinander ist – egal ob Online oder Offline.

Genau mit dieser Thematik befasst sich auch die Berliner Stiftungswoche im Zeitraum vom 14. bis 24. April 2015. Unter der Überschrift „Vom digitalen Leben in der analogen Welt“ stellen verschiedene Berliner Stiftungen an elf aufeinanderfolgenden Tagen ihre Arbeit den Bürgerinnen und Bürgern vor. An unzähligen Orten in der Hauptstadt. Und natürlich auch im Gebäude der Berliner Krebsgesellschaft.
Hier werde ich am 20. April feinsten Zwirn tragen, meine Haare mit Super-Dupa-Styling-Glue frisieren und meinen ersten Vortrag als Kuratorin der Krebsstiftung Berlin zum Thema „Ein Leben mit Krebs in der digitalen Welt“ halten. BÄM! Styling-Tipps und Ausstattungsangebote sind ab sofort ausdrücklich gewünscht und herzlich willkommen. 😉 Doch viel wichtiger als jedes Outfit seid in jedem Fall ihr! Daher würde ich mich sehr freuen, den ein oder anderen am 20. April zu sehen und persönlich kennenzulernen. Auf Facebook gibt es alle weiteren Infos und die Möglichkeit sich anzumelden:
https://www.facebook.com/events/1385049231815209/

Veranstaltungsort:
Krebsstiftung Berlin
Robert-Koch-Platz 7
10115 Berlin-Mitte

Uhrzeit:
18.00 – 19.30 Uhr

Der Eintritt ist frei und anmelden könnt ihr euch per Mail oder via Anruf.

Mail:
info@berliner-krebsgesellschaft.de
Telefon: 030-2832400

Weitere Infos zur Krebsstiftung Berlin und den Veranstaltungen während der Stiftungswoche findet ihr hier: http://www.berlinerstiftungswoche.eu/stiftung-info/Krebsstiftung%20Berlin

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Vitamin-Rakete

Sie sind einfach in der Zubereitung, gesund, extrem lecker und von meinem Speiseplan einfach nicht mehr wegzudenken. Die Vitamin-Raketen und Energy-Booster schlechthin. Meine Damen und Herren, die Smoothies.

Es gibt sie in unzähligen Ausführungen und Geschmacksrichtungen. Herb mit Grünkohl und anderem Blattgemüse oder süß mit Früchten der Saison. Besonders die grüne Variante mit Mangold, Spinat oder Grünkohl schafft es regelmäßig in meinen Glasbehälter. Je nach Saison kommt abwechselndes Gemüse und frisches Obst in den Mixer. Für meine Lieblingsmischung habe ich diesmal zum Stift, Papier und in die Zutatenkiste gegriffen und da mal was vorbereitet: die Instagram-Einkaufsliste-to-go.

02_Smoothie_Zutaten

In welcher Reihenfolge die einzelnen Komponenten dem Mixer hinzugefügt werden, bleibt allein euch überlassen. Tobt euch mal so richtig aus! Vorsicht ist jedoch bei der Mengenangabe von Kurkuma geboten. Das Mitglied der Ingwer-Familie hat einen großartigen Eigengeschmack, so dass hier eine geringe Menge für die Zubereitung ausreicht. Das Superfood wirkt entzündungshemmend und enthält wertvolle Nährstoffe. Tiptop also für eine gesunde Ernährungsform und dazu sehr lecker.

Meine zweitliebste Rezeptur stammt aus der Bio Planète Öl-Serie. Omega Pink, ist eine Mixtur aus Leinöl, Sonnenblumenöl, Borretschöl, Granatapfelkernöl, geröstetem Macadamiaöl, Zimtrindenöl, Himbeerpulver, Kurkuma und Pfeffer. Ein Teelöffel „Frauen Power“ in den grünen Smoothie und du fühlst dich direkt mit dem ersten Aufschlag wie Mila Superstar. Na dann, viel Spaß beim Schmusen!

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Superhelden

In einem meiner ersten Beiträge schrieb ich damals darüber, wie mühsam es doch ist, in den Weiten des Online-Kosmos auf zeitgemäße und ästhetisch ansprechende Webseiten zum Thema Krebs zu gelangen. In meinem speziellen Fall ging es explizit um die Informationen zum Non-Hodgkin Lymphom (NHL). Diese Art von Krebs ist relativ selten. Pro Jahr erkranken in Deutschland etwa 7.300 Männer und 6.400 Frauen daran. Zum Vergleich: An Brustkrebs erkranken in Deutschland jährlich mehr als 71.700 Frauen und an Lungenkrebs fast 34.000 Männer und 15.600 Frauen. Würde es bei dieser Wahrscheinlichkeitsstatistik um den Gewinn eines Hauptpreises gehen, bliebe mir nur folgendes zu sagen: „BaddaBoom!!! Ich hab’ in der Krebslotterie gewonnen!“. Doch hier geht es nicht nur allein um den Seltenheitsfaktor, hier geht es vor allem um die Heilungschancen – und die sind beim NHL erstaunlich gut. Was mich dann doch ein wenig jubeln und tief durchatmen lässt. Ich will euch aber hier nicht länger Statistiken, Wahrscheinlichkeitstheorien und Zahlen um die Ohren knallen, sondern vielmehr zwei meiner größten Showbusiness-Superhelden vorstellen, dessen Geschichten mich während meiner Recherche-Orgie gefesselt haben und mich seitdem nicht mehr loslassen.

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Noch bevor ich die Bekanntschaft mit Henry machte, stapelten sich in meinem Bücherregal neben zahlreichen Schundromanen und Musikalben mehrere DVD’s meiner Lieblings-US-amerikanischen Krimiserie Dexter. Ein aufgeweckter, sympathischer junger Mann, von Beruf Forensiker in der Blutspurenanalyse des hippen Miami-Metro Police Department, der des Nächtens seinem Zweitjob als Serienmörder nachgeht. So weit sympathisch, so gut. Gespielt wird Dexter Morgan von Sweetheart Michael C. Hall, den man auch aus der Serie Six Feet Under kennen könnte. 2010 erkrankt der Schauspieler am Non-Hodgkin Lymphom und beginnt seine Chemotherapie zum Ende der vierten Serien-Staffel. Fünf Jahre danach geht es ihm, meiner Kenntnis und Internet-Recherche nach, weiterhin gut und dreht fleißig neue Filme.

Doch nicht nur die Diagnose NHL stellt eine gemeinsame Verbindung dar, sondern auch der Mut und Umgang dieser Krankheit zu trotzen. Michael’s treffendster und von mir oft zitierter Satz, den ich gern auf Tassen und Kugelschreiber drucken möchte, stammt aus folgendem Interview und steht seit jeher symbolisch für meine innere Einstellung:

I feel like I won the cancer lottery! 

Ich weitete meine Suche aus und blieb weitestgehend auf internationalen Seiten und Newsportalen hängen. Hier erfuhr ich von den verschiedensten NHL Organisationen wie beispielsweise dem Light The Night Walk der The Leukemia & Lymphoma Society (LLS) in den USA. Und ich stieß auf die Geschichte von dem australischen Schauspieler Andy Whitfield, Haupt-Darsteller der Serie Spartacus. So wenig mich die Gladiator-Episoden interessierten, desto mehr fesselte mich die persönliche Geschichte von Andy. Bei Dreharbeiten zur ersten Staffel klagte er über starke Rückenschmerzen und erhielt wenig später die Diagnose Non-Hodgkin Lymphom. Die Frage nach der Ursache ließ ihn einfach nicht los und der achselzuckende Kommentar seines Arztes bestärkte ihn darin, sich auf die Suche zu begeben und seine eigene Antwort zu finden. Nicht wissend, was passieren wird, beschloss er sich ein Jahr lang von der Kamera begleiten zu lassen. Der Dokumentarfilm soll die verschiedensten Aspekte möglicher Behandlungen der Schulmedizin aber auch der Alternativmedizin aufzeigen. Mit „Be Here Now“ ist das drittgrößte geförderte Filmprojekt der Crowdfunding Plattform kickstarter.com umgesetzt und finanziert worden. Zu Recht, wie ich finde! Wann allerdings die Dokumentation gezeigt wird ist noch nicht bekannt. Eines ist jedoch schon jetzt sicher: es wird eine äußerst emotionale und berührende Reise.


Michael C. Hall und Andy Whitfield, zwei Männer die so unglaublich stark, optimistisch und lebensbejahend sind. Die mit ihrer persönlichen Geschichte und den Mut damit an die Öffentlichkeit zu gehen vielen Menschen geholfen haben und aufzeigen, dass es sich lohnt zu kämpfen. Immer den Blick nach vorn gerichtet. Den Blick in Richtung Zukunft. Sie sind meine Superhelden. Bei Andy kehrte der Krebs wieder zurück. 2011 starb er im Kreise seiner Liebsten. Diesen Gladiator-Kampf hat er leider nicht gewonnen. Sein Schwert gibt er dennoch all denen weiter, die es für die zukünftige Schlacht einzusetzen wissen.

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Ofenkürbis mit Babyspinat

Nachdem ich kürzlich als Juice-Testerin im Einsatz war und meine Detox-Erfahrung erweiterte, geht es heute mit fester Nahrung in die nächste Runde. Solange die Kürbis-Jungs Hokkaido und Butternut noch in unserem Gemüseregal zu finden sind, solltet ihr unbedingt den Ofenkürbis mit Babyspinat einmal ausprobieren. Ist ohne großen Aufwand umsetzbar und sehr lecker.

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